Die Geschichte einer Facebook Gruppe und warum…..

ich gerade so mies drauf bin!

Vor ca. 3 Jahren wurde die Gruppe „Rund um Taunusstein“ gegründet. Den Sinn dieser Gruppe sah die Gründerin darin, ein Informationsforum zu schaffen, von dem die Taunussteiner und alle die rund um Taunusstein leben profitieren und den interessierten die Möglichkeit zu geben sich gegenseitig zu informieren.

Jede Facebook Gruppe beginnt ihre Geschichte anders. Diese begann damit, Wassertemperaturen des Schwimmbades, Zeitungsberichte, Fragen von einzelnen und diverse andere Kleinigkeiten zu veröffentlichen und zu diskutieren.

Im Jahr 2013 explodierte die Gruppe. Klar…..unter anderem wegen der Bürgermeisterwahl. Es ging hoch her und es wurden auch verbale Kopfnüsse verteilt. Die Wahl war vorbei, es gab Taunussteiner die zufrieden und welche die unzufrieden waren. Jedoch war eines immer gegeben ein, wenn auch oftmals unterschwellig gärender jedoch immer vorhandener, Zusammenhalt!

Das lies die Gruppe wachsen und es kamen 2 weitere Admins hinzu.

Kurzfristige und dem Schein trügende Ruhe war immer nur von kurzer Dauer. Erhöhungen von unterschiedlichen Gebühren wie Kita, Gewerbe- und Grundsteuern sorgten für Aufruhr und der Bedarf sich auszutauschen war enorm.

Die neu entstehenden Baugebiete werden noch Diskussionen nach sich ziehen…..

Der Gelbe Sack, der immer wieder reißt, der Hund der trotz Aufforderung nicht angeleint wird, Pferde deren Hinterlassenschaften auf Straßen zu finden sind, der Poststreik und die Schlacht der Lobbys Fahrradfahrer gegen Hundebesitzer……

Die Fragen nach Friseuren, Ärzten und Restaurants wurden gestellt und so hinreichend beantwortet, dass ich mich immer wieder fragte: „Hat den Frager jetzt wirklich interessiert, dass zwei Mitglieder zum Kneul werden weil Mitglied A den Friseur für sehr kompetent hält und Mitglied B dies unmöglich findet, wo Mitglied B doch gerade erklärt hat warum dieser Friseur nicht empfehlenswert ist?“ *Grins*

Das wir / ich Nächte damit zugebracht haben, Threads von bis zu 80 Kommentaren durchzulesen war keine Seltenheit und bereits damals wurde meine Schmerzgrenze stark ausgereizt, aber es hat immer wieder auch viel Spaß gemacht. Dazu die vielen Stunden die mit Gruppenmitgliedern im Chat verbracht werden. Kleine und große Sorgen zu besprechen sowie kleine und größere Ärgernisse aus dem Weg zu räumen. Zu beschwichtigen oder auch zum „einhalten“ anzuhalten.

Kann es eigentlich schlimmer kommen? Nein dachte ich, was soll noch passieren. Wir leben in einer kleinen Gemeinde……. und die Stimme aus dem Dunkel sprach: „Doch es kann!“ Und es konnte tatsächlich! Die ersten Gerüchte über Flüchtlinge, die nach Taunusstein kommen sollen, fingen an zu grassieren.

Kann sich jemand an den Thread erinnern, als die Obdachlosen in Neuhof Einzug hielten? Nein? Ich schon. Sogar sehr gut, da sie direkt gegenüber eine Wohnung bekamen. Bereits damals hätte ich wissen müssen, dass Obdachlose aus Nichtdeutschland eine noch größere Empörung auslösen würden. Aber das es für die Gruppe eine noch größere Herausforderung sein würde, hätte ich nicht gedacht! Mann war ich blauäugig……….

2 weitere Admins kamen dazu! ZUM GLÜCK!

Die letzten Monate, kann ich sagen, waren die schlimmsten meiner FB Zeit. Die Windkraftdebatten waren Dreck gegen das was kam und immer wiederkommt. Schreckliche Diskussionen mit gegenseitigen Beschimpfungen. Die Diskutierenden werden zu Hyänen die über das tote aber noch warme Fleisch eines Gruppenmitgliedes herfallen. Dahinter stehen Mitglieder die nur darauf warten, dass die Hyänen anfangen zu fressen, um wie die Geier über den Resten zu kreisen und die letzten Krümel an Diskussionskultur aus dem Thread zu sammeln.

Da kommen die Admins in´s Spiel!

Als Administratoren einer Facebookgruppe haben wir eine Menge Pflichten und nur ein einziges Recht. Das Recht Gruppenregeln zu erstellen und diese auch durchzusetzen. Dafür werden wir beschimpft, mit Missachtung gestraft und verhöhnt. Die Schlagwörter: „Zensur“ und „Meinungsfreiheit“ werden uns um die Ohren gehauen und am Kragen festgetackert. Jeder sollte mal die Pflichten und Rechte eines Admins bei FB googeln. Wenn wir diese Regeln nicht aufstellen und jeder weiß, in der Gruppe „Rund um Taunusstein“ gibt es wenige, und nicht dafür sorgen das diese Regeln auch eingehalten werden, kann es sehr schnell passieren das uns vor Gericht erklärt wird, was wir zu tun haben.

Wir FB Admins laufen auf einer schmalen Brücke. Auf der einen Seite dieser Brücke  finden wir im Abgrund „eigenes Ermessen“ und auf der anderen Seite winkt von unten der Anwalt  herauf.

Und das mit meiner Höhenangst!

Mittlerweile gibt es in der Gruppe ein ständiges Auf und Ab. Mitglieder gehen und zwar nicht wie die Tage so großartig von den Geiern in die Runde geworfen, wegen den blöden Admins die nur versuchen ihre eigene Gesinnung gelten zu lassen, sondern wegen den Hyänen. Mit denen will eigentlich keiner was zu tun haben. Die sind rotzfrech und nur darauf fixiert das es ihnen gut geht.

Ich hoffe wir kommen dahin, auch wieder über die schönen Dinge im Leben reden zu können. Ich hoffe wir kommen dahin, nicht auf Menschen anzuspringen die nichts weiter vor haben als Feuer in der Gruppe zu legen um sich dann an den Flammen zu wärmen. Ich hoffe wir kommen dahin, die Hyänen ein wenig zu disziplinieren und die Geier zu reduzieren.

Wir können alle voneinander profitieren, wenn wir es zulassen. Diskussionskultur hat nichts mit albernen ironischen Bemerkungen zu tun. Wer sich nur über den anderen Lustig machen kann, der sollte sich raushalten und wer nichts zu sagen  hat, der ist besser still! Mein Vater hat uns Kindern immer gesagt: „Erst denken, dann reden!“ Ich glaube fast das ist unmodern geworden, oder warum finde ich das kaum noch?

und deshalb bin ich grad so mies drauf!


2 Gedanken zu “Die Geschichte einer Facebook Gruppe und warum…..

  1. Schön. Sehr schön zusammengefasst.Und so ein kleines Fitzelchen schmunzeln war auch beim lessen dabei.Das ist die Würze die Du gut einbacken (denke schon wieder an den nächsten Stollen) kannst Das gelingt Dir immer gut in Deinen Texten.Ja und Admin sein uijuijui–das ist sso wie der Ombudsman im Ort –denk ich mal.Aber ich finde es ist alles o.k. Und selbst wenn ich mal nicht brav sein sollte nehme ich den „Verweis“ an.Aber ich geb mir Mühe.

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