Weil ich eine Heimat habe und sie nicht…….

…..ist ein Satz, der mich sofort an die Silberbachhalle erinnert hat! Ist ein Satz, der so bezeichnend ist für die Situation dieser „Heimatsuchenden“…. und eine Taunussteiner Frau hat, einfach mal so, reagiert und auch agiert!

Anja Maus hat sich HINGESETZT und Unternehmen angeschrieben, hat telefoniert, hat HINGEHÖRT und UMGESETZT! Dann ist sie AUFGESTANDEN, hat sich einen Einkaufswagen bei REWE geschnappt und eingesammelt!

„Darf es eins mehr sein“, so nennt sich ihre Aktion! Der erste Samstag im REWE, übrigens vielen Dank an das Unternehmen das so rasch und ganz unkompliziert seine Bereitschaft zur Hilfe gegeben hat, war ein voller Erfolg und viele Socken, Bh´s, Unterhosen und Geld hat bereits den Besitzer gewechselt. Am 07. November 2015 von 10 – 13 Uhr wird Anja wieder im REWE sein!

„Darf es eins mehr sein“ ….. eine Aktion von Anja Maus, die man hier ein klein bisserl kennenlernen kann:

 

Ich heiße Anja Maus, werde 49 und wohne seit Anfang 2011 in Taunusstein. Verheiratet seit genau 20 Jahren, keine Kinder, 2 Kater. Römisch-katholisch. Also ich, nicht die Kater.

Ich arbeite bei der Firma AVL in Mainz-Kastel, womit ich zu den vielen hundert gehöre, die tagtäglich über die Eiserne Hand in die Stadt und wieder zurückfahren. Wenn es nicht gerade dunkel oder Stau ist, es regnet oder sonst irgendwelche widrigen Umstände herrschen, genieße ich die Fahrt sogar. Ich finde es schön, über das Jahr die sich verändernden Farben der Blätter und das Lichtspiel zwischen den Bäumen zu beobachten.

Zu meinen Hobbies zählen in allererster Linie unsere Kater, Kochen, Lesen, Zigarre und Pfeife rauchen (obwohl ich viel zu selten dazu komme). Zu meinen Lieblings-TV-Serien gehören Navy CIS und Criminal Minds. Lord oft he Rings, The Hobbit und Avatar sind meine Lieblingsfilme.

Ich engagiere mich in der Flüchtlingshilfe weil es wichtig und richtig ist. Ich habe die Bilder und Berichte im Fernsehen verfolgt und als es dann hieß, Taunusstein bekommt auch Flüchtlinge, war es für mich selbstverständlich hier zu helfen. Jetzt bin ich nicht der Mensch, der lange an der Essensausgabe oder der Kleiderkammer stehen oder der als Übersetzer helfen kann. Meine Anfängerkenntnisse in Arabisch reichen aus, um mich über ganz einfache Dinge zu unterhalten. Aber ich kann sehr gut auf Menschen zugehen und organisieren.

Als dann die ersten Spendenaufrufe kamen, habe ich genau das gemacht. Bei meinen Kollegen (mit Erlaubnis der Firmenleitung) eine Spendenrundmail geschrieben, im Bekannten- und Verwandtenkreis gefragt. Firmen angeschrieben. Letzteres brachte leider keinen Erfolg, ersteres dafür eine Resonanz mit der ich niemals gerechnet hätte. Immer wieder kommen Kollegen mit Kleider- und anderen Spenden.

Und die Aktion „Darf es eins mehr sein?“ Nun, der aktuelle Bedarf an Unterwäsche etc. ist kaum über Spenden gebrauchter Kleidung zu decken. Und so habe ich überlegt, wie man diesen Bedarf decken kann. Und habe mich durch DIE TAFEL inspirieren lassen. Was dort funktioniert, könnte doch auch hier klappen, oder?

Zumal diese Aktion jedem Einzelnen die Möglichkeit gibt, auf unkomplizierte Weise etwas Gutes zu tun.

Die erste Hürde, das OK vom REWE-Center, war schnell genommen. Hierfür vielen Dank an Herrn Lippe. Möglichkeiten zum Aushängen/Auslegen von Plakaten und Flyern waren auch recht schnell gefunden. Buchhandlung Libera, Metzgerei Wüst aus dem Mühlfeld oder die Tierarztpraxis Claudia Körner, um nur ein paar zu nennen. Dazu das MüZe, Kindergärten und Kirchen. Ich habe verschiedene Lokalredaktionen angeschrieben und war sehr positiv überrascht, als ich dann den Aufruf im Kurier gelesen habe.

An diese Aktion knüpfe ich zwei große Hoffnungen. Erstens, den gröbsten Bedarf abdecken zu können. Zweitens, aber nicht weniger wichtig, zu zeigen, dass jeder Einzelne mit kleinen Mitteln zu einem großen Erfolg beitragen kann. Um einen Berg abzutragen, muss man anfangen kleine Steine wegzutragen. 100 Paar Socken von hundert Leuten sind genauso viel wert und genauso wichtig wie ein großer Sack.

Und danach? Wie sieht die Zukunft aus? Wenn ich das wüsste, würde ich Lotto spielen. Ich weiß, dass wir nicht alle Probleme der Flüchtlinge lösen können. Weder wir in Taunusstein noch wir in Deutschland. Wir Taunussteiner können dazu beitragen, ihnen ihren Start hier zu erleichtern. In der Zukunft jedoch muss sich die Hilfe ändern. Wir, und damit meine ich Europa, müssen den Menschen vor Ort helfen, so dass sie nicht mehr gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen.

Warum ich helfe? Frei nach Bilbo Baggins: Weil ich eine Heimat habe und sie nicht.

Übrigens hat Anja auch eine Mail eingerichtet über die man sie erreichen kann:

fluechtlingshilfe.taunusstein@gmail.com

Großartig Anja! Ich bin sehr stolz darauf, dich zu kennen!


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