Thema Kirche und Brita?

Quelle: Facebookgruppe zum Thema Brita

Die Neuhofer Pfarrerin Monika Kreutz äußerte sich am 16. Februar 2017 zum Brita Campus Projekt in einem offenen Brief an den Magistrat. In diesem Brief geht es um die berechtigte Sorge der Anwohner und um den Eingriff und die Minderung der Lebensqualität für die betroffenen Anlieger. Die Kirchengemeinde denkt über eine nachhaltige Entwicklung nach, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu beeinträchtigen (Hauf 1997, 46 ???) und regt eine Mediationsverfahren an.

Google, Google und studier……….

Hauf 1997,46: Dieses Prinzip entstammt Gesetzen die für die Forstwirtschaft entwickelt wurden (ganz grob) und um das 3 Säulen Modell der Ökologischen Nachhaltigkeit erweitert wurde. Es wird von einem Wertewandel gesprochen. Ein Wandel zwischen Gesellschaftlichen und individuellen Werten.

Ich hatte ein kurzes Telefongespräch mit Frau Kreutz und bat um einen Termin zwecks Klärung zweier Fragen. Ich hatte ihr die Fragen per Mail zugesandt, mit dem Hinweis, dass ich sie auch gerne zitiere. Leider kam es jedoch weder zum einen noch zum anderen. Ich hab nun einige Wochen gewartet. Vielleicht ein anderes mal………

Hier meine 1. Frage:

„Wie sehen sie diesen Wertewandel im speziellen und welche Verbindung stellen sie zum Brita Campus her?“

Ohne Antwort

Dies lässt sich auf einiges anwenden. Jegliche Art von Industrieanlagen, Flughäfen, Autobahnen, Kohleabbau, Atomkraftwerke, Windkraft. All das sind Einschnitte in unseren Lebensraum und bringen uns nicht nur positives. Unsere Kinder und Enkelkinder werden auch noch damit leben müssen, ob es Nutzen hat, oder nicht. Orientieren wir uns mehr an den Gesellschaftlichen Werten wie  Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit und Fortschritt, oder sind uns unsere Individuellen Werte zu wichtig geworden?

Die Kirchengemeinde beruft sich unter anderem auf die Standards der EKD zur Nachhaltigkeit. Bei meiner Suche bin ich auf eine Studie gestoßen

Auf dem Wege der Gerechtigkeit ist Leben, Nachhaltige Entwicklung braucht Global Governance, EKD-Text 117, 2014

Am interessantesten fand ich Abschnitt 3.1 Ökumenische Debatten um eine „Wirtschaft im Dienst des Lebens“. Zitat: „Darin wurden die Kirchen aufgerufen, ihre Regierungen zu drängen, einer grundlegenden Reform der internationalen finanziellen und monetären Rahmenordnung mit dem Ziel Priorität zu geben, die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen stärker zu beachten und Investitionen an die reale Ökonomie zu binden.“ Dazu wurde aufgerufen in der Generalversammlung des reformierten Weltbundes, 1997 in Debrezen, Ungarn.

2. Frage:

„Ist ihr Brief dazu gedacht, diesem Aufruf nachzukommen?“

Ohne Antwort

Als ich den Brief gelesen habe, ärgerte mich die Einmischung der Kirche zu einem, für Taunusstein, so bedeutendem Projekt. Ganz loslassen kann ich nach wie vor nicht von meiner Meinung. Bei meinen Recherchen zu diesem ganzen Thema, habe ich jedoch angefangen, die Klappen die den Blick verengen abzulegen. Ich verstehe nun, dass die Kirche dieses Projekt von einer ganz anderen Seite sehen MUSS. Da die meisten Theologen noch an der Schöpfungsgeschichte festhalten und diese Schöpfung geschützt werden muss. Das sie hier nicht nur Umwelt und Natur sehen, sondern auch den sozialen und Gesellschaftlichen Aspekt, haben wir wohl der Reformation der Kirche zu verdanken. Thema Wertewandel und das 3 Säulen Modell der Ökologischen Nachhaltigkeit.

Bei besagten Recherchen bin ich unter anderem auf Dorothee Sölle gestoßen. Frau Sölle war evangelische Theologin und Dichterin. Sie übte Kritik an der Allmachtsvorstellung über Gott und versuchte Theologische Inhalte mit dem tatsächlichen Leben zu verknüpfen. Sie war engagiert in der Friedens- Frauen- und Umweltbewegung. Ich habe mir Ihr Werk „Gegenwind“ bei Frau Libera bestellt und bin sehr gespannt. (Buch ist da. Hab bald Urlaub…..wird meine Urlaubslektüre)

Eines ihrer Zitate: „Ein Weg ist, sich wieder mit dem zu verbinden, wie wir als menschliche Geschöpfe ursprünglich angelegt sind. Dazu gehört auch, sich als Teil von Gemeinschaft zu erleben, sich in Beziehung und Angewiesensein zu anderen Menschen, Lebewesen und der Umwelt zu erfahren.“ (Gesellschaftliche Werte)

Hört sich schon mal gut an! Falls dieses ganze Thema Menschen findet, die das genauso spannend finden, würde ich mich über einen Austausch sehr freuen. Denn all das könnten wir auch so weiterführen und diese 3 Säulen in weitere Streitprojekte einbringen. Windkraft zB.

Zudem habe ich die Broschüren der „Sozialethische Schriftenreihe zum 500. Jubiläum der Reformation 2017“, bestellt und bin schon wahnsinnig neugierig. Jedoch tut man sich da schwer sie zu schicken. Online finde ich sie leider nicht. Wenn mir da jemand einen Link zusenden würde, würde mich das freuen.

Es soll wohl Anfang Mai einen Austausch dazu geben, der von Frau Kreutz organisiert wird.

Also gar nicht so abwegig, dass sich die Kirche einmischt?


Ein Gedanke zu “Thema Kirche und Brita?

  1. Es ist zwar richtig dass die Kirchen die Sorgen der Menschen ernst nehmen, aber sie sollten sich aus der Politik heraushalten. Von der Erweiterung der Firma Britta haben alle Taunussteiner Bürger nur Vorteile ! Sei es durch die erhöhten Gewerbesteuereinnahmen oder durch neue Arbeitsplätze. Wenn einige wenige eine Beeinträchtigung hinnehmen müssen ist das bedauerlich aber das wußte m,an vorher als man Bauplätze günstig neben einem Gewerbegebiet gekauft hat. Den Schattenwurf hat man jetzt auch schon durch die Bäume!
    Also was soll das Geschrei ??
    Gruß Franz Schmitz

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