In stiller Trauer…..

R.I.P.wir vermissen dich! Weder plötzlich noch unerwartet, jedoch immer wieder tragisch zu lesen, der Verlust der Toleranz in einem Facebookthread. So passiert, vor einigen Wochen in einer Regionalen Gruppe. Klaus hat sich nicht weiter darüber geärgert, sondern diesen überaus unterhaltsamen und witzigen Beitrag draus gemacht. Eben laufen mir mal wieder die Lachtränen aus den Augen……

Aber lest doch selbst……

Die Stele der Toleranz!

Hier eine weitere kleine Geschichte aus unserer Kreisstadt mit ihren 7000 Einwohnern, Allzu oft wird heute ja über mangelnde Toleranz allerorten und quer über alle politischen Spektren geklagt! So dachte ich mir, natürlich ganz unbedarft, als ich über die Aufstellung einer Stele der Toleranz vor unserem Kreishaus in der Zeitung las: „Das ist ja mal eine gute Idee“!

Und prompt beschloss ich diesen Zeitungsartikel in unserer lokalen Facebook Gruppe ( Sie wissen schon: Hund entlaufen, Katze gefunden, boah die Mülleimer im Kurpark laufen über, wer hat noch Umzugskartons übrig und Sommerfest am Kurparkweiher nächsten Samstag u.v.m ) zu posten! 

Naiverweise in der Hoffnung, eine Diskussion fernab jeglicher politischer Themen über Toleranz im allgemeinen führen zu können! Sehr schnell wurde mir jedoch klar was gemeint ist, wenn man von dem Unterschied zwischen Theorie und Praxis redet! Denn gleich der erste Post lautete: „Zu welchem Zweck?????“

Also nicht das ich nicht die Webseite des Vereins, die auch noch in dem Zeitungsartikel stand, mitverlinkt hätte. 

Der Kommentator wollte wohl noch einmal erklärt haben, welchen Zweck man mit der Aufstellung dieser Stele verfolgte? 

Nun, tolerant wie ich bin postete ich einen weiteren Zeitungsartikel, den ich so nebenbei bei der Recherche gefunden hatte, in dem erklärt wurde, dass dies eine Aktion eines Vereins ist, der sich weltweit für mehr Toleranz im weitesten Sinne des Wortes einsetzt, was diese Stelen kosten und das sie ausschließlich über private Spenden finanziert werden etc. 

Der nächste Kommentator stellte dann auch ganz scharfsinnig aber Themenfern fest das  „Die spinnen“ und das „der Bunker davon auch nicht schöner wird!“ 

Nun ich muss gestehen, dass ich zumindest den Zweiten Teil seiner Aussage teile, aber hässlicher wird das Kreishaus davon auch nicht mehr!

Der Dritte stellte dann schon ganz klar fest was für ein „Scheiß“ das ist und das man die Steuergelder besser für bedürftige Kinder einsetzen sollte, während der vierte der Meinung war „dass man besser etwas gegen die Löcher in den Strassen tun sollte!“

Sie ahnen es schon: über Toleranz wurde die nächsten zwölf Stunden und 70 Kommentare nicht mehr geredet sondern über Bäume, die im Zuge der LGS gefällt wurden, zuwenig Polizei auf der Strasse nach Einbruch der Dunkelheit, dass der Landrat das Geld vergeudet und das man als Gehbehinderter Mühe hat, über die löchrigen Strassen zu kommen wenn man zum Aldi möchte! Das führte dann bei mir zu dem wohl gut gemeinten aber wohl völlig falschen Schluss, dass ich vielleicht noch einmal das Thema „Toleranz“ ins Gespräch bringen sollte! Blauäugig schrieb ich noch einmal etwas über die verschiedenen Arten von Intoleranz auf den verschiedenen Seiten des politischen Spektrums, das Toleranz uns zum Nachdenken bringt, ob und inwieweit der andere vielleicht mit seiner Meinung auch Recht hat und das Toleranz erst das Zusammenleben in einer Gesellschaft und als Gesellschaft ermögliche!

Schwerer Fehler!!!

Sofort schlug der (gefühlt) Einhundertste auf, der fragte wieviele hunderttausende Euro das wohl koste, welche Partei das veranlasst hat und wieso die Bürger dazu nicht gefragt worden seien?

Mein Gedanke war zu diesem Zeitpunkt noch „er wird es wohl noch Lesen!“, so dass ich auf eine erneute Beantwortung seiner Fragen verzichtete! Als er aber dann binnen 15 Minuten zum x-ten mal, inzwischen in Großbuchstaben und mit zehn Ausrufezeichen dazu aufforderte seine Fragen gefälligst zu beantworten, beschloss ich dann doch ihm eine Antwort mit Goethes Unterstützung zu geben:

„Man sagt immer „Lesen bildet“! 

Goethe würde sagen:

Es gibt dreierlei Arten Leser; eine, die ohne Urteile genießt, eine dritte, die ohne zu genießen urteilt, die mittlere, die genießend urteilt und urteilend genießt; diese reproduziert eigentlich ein Kunstwerk aufs neue. ..

Seien Sie ein Künstler!“

Goethe sei Dank, dass er diese Worte gesprochen hat, aber vielleicht lag es auch nur daran, dass ich weiterhin verständnissvoll blieb das inzwischen über meinem Bildschirm ein Din A4 Blatt klebte auf dem in möglichst großer Schrift das Wort TOLERANZ!!! prangte!

Ich schloss dann meine Antwort mit den Worten das er sich doch bitte die Mühe machen sollte alle vorhergehenden Kommentare zu lesen, denn dann würden sich seine Fragen alle beantworten!……

Zwei Stunden später:

Der o.g. Kommentator meldete sich wieder zu Wort, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass er jetzt ALLES gelesen habe, und meinte, dass er jetzt  zwar verstehe was der Verein mache aber nicht warum Leute dafür Geld ausgeben könnten statt für etwas „sinnvolleres“ oder warum er „einfach“ diese Stele vor unserem Kreishaus aufstellen dürfe und warum die Stele so „hässlich“ und nicht anders aussehen würde?

Das Schicksal war mir wohlgesonnen, denn ich hatte den Zettel an meinem Bildschirm noch nicht entfernen können, der mir ungeheuer dabei half die nächste Stunde in verständnissvoller und freundlicher Art und Weise zu antworten! 

Es folgte eine Stunde an Dialog darüber wie man „sinnvoll“ definieren könnte (Ob es denn nicht sinnvoller wäre, statt Geld an einen Tierschutzverein zu spenden damit er freilaufende Katzen sterilisieren lässt, einer Suppenküche zu spenden die aus den Katzen eine warme Mahlzeit für bedürftige Kinder s.o. zubereitet). 

Wer über den Einsatz von privaten Spenden zu entscheiden habe (dass man Menschen ja schließlich nicht vorschreiben könnte was Sie mit ihrem Privateigentum zu tun und zu lassen haben, denn er wolle ja schließlich auch nicht das seine Nachbarn Ihm vorschreiben würden was er mit seinem Geld zu tun habe!)

Das die Stelen weltweit gleich aussehen und das das wohl der Grund wäre warum unsere Stele auch so aussieht!

Und das der Verein ja schließlich alles tun könnte was mit seinem Vereinszweck konform ist und gegen keine Gesetze verstoße! Die Freiwillige Feuerwehr oder der Turn- und Sport Verein müsste ja auch nicht erst eine Bürgerbefragung machen, bevor Sie ein Feuer löschen oder Turnunterricht geben!

Lange Rede kurzer Sinn: Wir konnten uns darauf einigen, dass Toleranz etwas Gutes ist, er  die Stele aber trotzdem für hässlich hält und ich dachte schon, dass ich jetzt eigentlich zufrieden sein kann mit dem Ausgang der Diskussion!

Weit gefehlt, denn jetzt hatte jemand vom Tierschutzverein meine Erklärung mit den Katzen gelesen……………………

 Autor: Klaus Schwärzel aus Bad Schwalbach

Ein Gedanke zu “In stiller Trauer…..

  1. Das zeigt wieder einmal wie beschränkt manche Menschen sind. Toleranz ist für sie nur das was ihrer Meinung entspricht. Intelligenz auf einer Facebook Seite zu erwarten ist hoffnungslos.
    Vor Dummheit ist kein Kraut gewachsen.

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