Eltern werden ist nicht schwer…..

Eltern sein dagegen sehr!

Hat auch nie einer das Gegenteil behauptet. Ich verfolge die Diskussionen um die Kindergartengebühren nun schon eine ganze Weile. Am Anfang echtes Interesse, zwischendrin total genervt und mittlerweile überrascht!

Am Anfang dachte ich nur: „Warum muss man ein Kind 10 Stunden am Tag in den Kiga oder der Kita abgeben?“ Wenn man nicht gerade Alleinerziehend ist oder gesundheitliche Probleme hat. Okay, die Rente ist heute ein großer Faktor. Die heutige Altersarmut der Rentner kommt nicht von ungefähr und die Betroffenen sind meistens Frauen. Gestiegene Lebenshaltungskosten kommen dazu. Der Familienverband fehlt in vielen Fällen. Im Prinzip geht´s mich ja auch eigentlich nichts an. 😉 Im Prinzip……………

Das ist ja schon einiges!

Ich war auf der Demo in Hahn am vergangenen Samstag und war angenehm überrascht von so viel friedlicher Bewegung.

Hier erzählt eine Mutter, warum sie ohne diese Betreuungszeiten in ein Loch fällt, dass sie eigentlich nur mit Hilfe ihrer 13 Jährigen Tochter stopfen kann:

Kurz zu meiner Person:
Mein Name ist Natascha Fuhr, 44 Jahre, alleinerziehende Mama von 3 Kindern im Alter von 19 (lebt nicht mehr bei mir), 13 und 3.

Da ich selbst für unseren Lebensunterhalt sorgen möchte (liegt wohl an der tollen Erziehung meiner wunderbaren Eltern), arbeite ich Vollzeit, sprich 39,5 Stunden. Da unsere monatlichen Fixkosten ziemlich hoch sind (was unter anderem an den doch nicht gerade günstigen Mietpreisen in Taunusstein liegt) und die ständigen Zusatzkosten für Kleidung, Ausflüge und Material in der Schule usw. auch in manchen Monaten explodieren, gehe ich zusätzlich noch 2-3 mal pro Woche nebenbei arbeiten.

Um das alles stemmen zu können, bin ich natürlich auf eine möglichst lange Betreuung meines Kleinen im Kindergarten angewiesen. Die bisherigen 10 Stunden habe ich leider Gottes fast immer ausnutzen müssen. Zusätzlich unterstützt mich meine 13 jährige Tochter noch sehr, wenn ich in den Nebenjob muss. Nun will die Stadt Taunusstein die Gebühren erhöhen und gleichzeitig den Betreuungsumfang auf 9 Stunden reduzieren. Bei Lebensmitteln nennt man das Mogelpackung. Das bringt mich in große Schwierigkeiten. Um meiner Arbeit weiterhin nachgehen zu können, muss ich meine Tochter noch mehr in Anspruch nehmen, da weder Großeltern noch der Papa zur Verfügung stehen.

Das kann nicht Sinn der Sache sein. Soll ich jetzt meine Stunden reduzieren, weniger verdienen, um dann aufs Amt zu rennen und Zuschüsse zu beantragen??? Wo bleibt hier die Unterstützung für Familien? Es wird überall über die Ausweitung der Kinderbetreuung gesprochen. Wollen wir hier in Taunusstein wirklich einen Rückschritt machen? Und NEIN, ich lasse mein Kind nicht gerne 10 Stunden in der Kita, aber ich habe keine andere Wahl. Ich habe mir meinen alleinerziehenden Status nicht ausgesucht. Mal davon abgesehen, trifft es nicht zur Alleinerziehende. Es gibt genug Eltern, die beide Vollzeit arbeiten müssen, um die monatlichen Kosten decken zu können. Und kaum einer arbeitet in Taunusstein. Wenn man von einem 8 Stunden-Tag ausgeht plus 1 Stunde Fahrzeit, ist das schon sportlich zu denken, man könne pünktlich im Kindergarten sein.

Ich möchte zum Schluss noch betonen, dass ich mit der Erhöhung des Verpflegungsgeldes überhaupt kein Problem habe. Mein Kind soll gesundes Essen bekommen. Die Damen in der Küche der Kita Taunusstraße kochen frisch und abwechslungsreich. Dafür bezahle ich gerne auch mal ein paar Euro mehr. Aber die 4. Gebührenerhöhung in 5 Jahren bei gleichzeitiger Verringerung der Betreuungszeit ist nicht hinzunehmen und kann noch dazu den ein oder anderen den Job kosten!!! Schon mal was vom Solidaritätsprinzip gehört? Kinder sind unsere Zukunft. Wo soll die Rente herkommen, wenn keiner mehr weiß, wie er mit Kind den Lebensunterhalt bestreiten soll?

Autor: Natascha Fuhr

Grübel……. vielen Dank für so viel Offenheit!

Nicht hinnehmbar finde ich zudem, dass Allergiekinder 20,00 mehr für Verpflegung bezahlen sollen.

Gestern erzählte mir jemand, dass eine Gebühr von 15,00 pro angefangene Viertelstunde erhoben wird, wenn man sein Kind zu spät abholt? Grad nochmal geschaut, es sind 10,00. Macht die Sache aber nur geringfügig besser.  Unverschuldet, dort steht „Unfall“ in Klammern, wird keine Gebühr erhoben. (eigener oder der eines anderen Verkehrsteilnehmers?) Das ist mir etwas zu schwammig…..

In unzähligen Hessischen Gemeinden haben sich Initiativen gebildet, die alle gegen die gestiegenen Gebühren vorgehen. In Kelsterbach zahlen Eltern bis zu 700,00 Euro für einen Platz, in Baunatal ist er nahezu kostenfrei. Ergibt sich durch die wahnsinns Gewerbesteuern die in die Kassen der Stadt gespült werden. Allein 8.000.000,00 stehen jährlich für Kinderbetreuung zur Verfügung.

Natürlich wird alles teurer und das benachbarte Gemeinden die Gebühren genauso angehoben haben ist auch klar. Das Taunusstein finanzielle Probleme hat, wissen wir alle. So wird jeder von uns zur Kasse gebeten. Allerdings verstehe ich die Eltern auch wenn sie sagen, dass sie doppelt betroffen sind. Grundsteuer / Betreuung

Jedoch hat unser Bürgermeister große Pläne, was die Gewerbeansiedlung in Taunusstein angeht. Vielleicht kommen wir mal dahin, dass die Gebühren gesenkt werden können?

2 Fragen hätte ich trotzdem noch:

Ist dies nun erst mal das Ende der Erhöhungen der Betreuungsgebühren? (So auf die nächsten 5 Jahre)

Was spricht dagegen, es bei 10 Stunden zu belassen? (Beispielsweise nur für Eltern, die nachweislich darauf angewiesen sind)

Bei Eltern, die sich die Erziehungsarbeit teilen, könnte da vielleicht ein Kompromiss gefunden werden?

In jedem Fall haben wir hier sehr engagierte Elternbeiräte. Großartig! Schade nur, dass sie sich erklären müssen, weil sie gleichzeitig auch einer Partei angehören. Muss das sein? Nein! Ich finde nicht! Man kann gleichzeitig Eltern sein und sich für das Gemeinwohl einsetzten und nicht jeder tut das mit Hintergedanken…..einfach mal sacken lassen! Hier geht es zur Seite Familie Taunussein! Wie schön…… was für ein bezeichnender Name…… denn das sind wir, eine Familie. Familien setzten sich füreinander ein und sind füreinander da. Man kann sich nicht immer leiden, aber man zählt aufeinander.

Mich würden weitere Einzelschicksale interessieren. Sind es denn wirklich Einzelschicksale? Schreibt es auf und schickt es mir! Auf manches kommt der einfache Mitleser gar nicht. Deshalb wäre es sicher hilfreich, dass von den Betroffenen selbst zu hören.

Kommunen die sich durch Gewerbe finanziell gut gestellt haben, konnten ihre Betreuungsgebühren stark reduzieren. Kriegen wir das auch hin?

Gestärkte Eltern, bedeutet starke Kinder…….

PRÄSENTATION ZUR SATZUNGSÄNDERUNG DER STADT TAUNUSSTEIN

Zu guter letzt möchte ich noch eines anführen. Dieser Streit zwischen der Stadt und den Eltern muss beendet werden. Das Verhältnis ist getrübt und Einigung tut Not!

Ein langer Streit beweist, dass beide Seiten Unrecht haben! (Voltair)

Ist was dran! Oder?
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