Toter Fisch und Gerüch(t)e

Heute war ich zu Besuch beim Fachbereich Umwelt vom Rheingau Taunus Kreis. Warum?

Vor einigen Tagen schrieb der WK, dass nun die Gutachten bezüglich des Fischsterbens im letzten Jahr in der Aar vorliegen, sie aber nicht veröffentlicht werden und machte damit ein Fass auf. Eine Menge besorgter Bürger machten sich daraufhin Gedanken und sinnierten darüber, warum die Gutachten wohl nicht veröffentlicht würden? Sie liesen sich auch nicht dadurch beruhigen, dass sie jederzeit beim Kreis Einsicht nehmen dürften. (Was der WK auch kurz drauf getan hat)

Die Gutachten werden deshalb nicht veröffentlicht, weil sie total unspektakulär sind und zudem verständlicher, wenn man sie vor Ort anhand von Kartenwerk erklärt bekommt. Ich hab die Gutachten ausgehändigt bekommen und musst dafür noch nicht mal was bezahlen.

Es wurden Wasserproben genommen vom 12.09-16.09.16, vom 16.09.-21.09.16 und vom 11.10.-14.10.16.

Es wurden mehrer Fische zur Untersuchung eingeschickt.

Hessisches Landeslabor Gießen:

Fisch 1 wurde am 08.09.16 untersucht (nach dem Aussehen ein Bachsaibling, tot entnommen hinter dem Rathaus in Hahn), Fisch 2 wurde am 08.09.16 untersucht (nach dem Aussehen eine Bachforelle, tot entnommen in Seitzenhahn hinter der Brücke). Im ganzen wurden 11 Fische untersucht. Darunter auch 1 Bachneuenauge und 1 Rotauge. Alle Fische waren gut genährt und hatten einen vollen Magen. Das spricht dafür, dass sie nicht durch Krankheit ausgezehrt wurden sondern das sie, bis zum Zeitpunkt ihres plötzlichen Todes, putzmunter waren.

Alle Sektionen verliefen ohne besonderen Befund. Die weitaufgerissenen Mäuler der Fische wiesen darauf hin, dass die Fische erstickten. Also Sauerstoffmangel im Wasser.

Ein Rotauge wurde auch nach Göttingen geschickt. Die Toxikologische Analytik war befundlos.

Kreisverwaltung und Umweltpolizei haben gemeinsam ermittelt. Diese Ermittlung hat einige Zeit in Anspruch genommen und deshalb gab es vorher keine Infos. Niemand gibt während einer laufenden Ermittlung Infos raus.

Ich fragte, ob der plötzliche Fischtot mit dem Gestank in Bleidenstadt zusammen hängen kann? Nein! Die Fische sind am Sauerstoffmangel gestorben und der Gestank hatte mit der Qualität des Wassers nichts zu tun. Auch konnte die Kläranlage nichts mit der Qualität des Wassers zu tun haben. Es wurden an unterschiedlichen Stellen an verschiedenen Tagen Proben entnommen. Nichts weißt auf die Kläranlage als Verursacher hin. Auch dies wurde mir anhand von Kartenwerk sinnig erklärt.

Ich hab das mal durchgegoogelt. In Google habe ich mehrere Berichte über vermehrt auftretendes Fischsterben durch Sauerstoffmangel im Sommer, bei langanhaltender großer Hitze gefunden. Anscheind kann sich durch diese extreme Wetterbedingung der Sauerstoffgehalt im Wasser so verringern, dass die Fische in Mengen versterben.

Jedoch hat dies offensichtlich keine Folgen für unsere schöne Aar. Denn steigt man in die Aar und hebt einen Stein hoch, kann man darunter bereits wieder Larven von, z.B. Köcherfliegen, finden und das weißt darauf hin, dass die Aar sich erholt hat.

Für den Gestank letztes Jahr gibt es keine Erklärung. Darum kümmert sich die Emmisionsschutzbehörde. Das sterben der Fische hat damit jedoch nichts zu tun.

Herzlichen Dank an die Umweltbehörde unseres Kreises für die Erläuterungen und die Transparenz. Ich nehm jetzt meinen Aluhut ab und mach morgen mal einen Spaziergang an unserer schönen Aar.


4 Gedanken zu “Toter Fisch und Gerüch(t)e

  1. Elke ,vielen Dank für Deine Bereitwilligkeit das Thema enger anzugehen. Hast Du gut gemacht. Ich denke zum Geruch kann und wird keiner mehr was sagen (und ich halte auch meine Klappe.)Schade um die Fischleins aber die Population wird sich dort erholen.

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  2. Ich muss jetzt doch noch einmal etwas sagen bzw. auf den Leserbrief des Herrn Achim Franken, Heidenrod, im heutigen WK – Untertaunusausgabe, vom 04.04.17, S. 24, hinweisen. Dieser ergibt ein ganz anderes Bild als das, was der RTK dazu sagt. Bilder der Verunreinigungen durch Fäkalien, die sie auch dieser Zeitung angeboten hätten, aber nie veröffentlicht wurden, könnten unter http://www.fischerei-gemeinschaft-einrich-aar.de angeschaut werden. Vor einem Ortstermin wegen dieser Verunreinigungen seien diese kurz vorher beseitigt worden

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