Es wird schattig in Neuhof!

Gestern, Montag 05. September 2016 fand die Infoveranstaltung zum geplanten „Hochregallager“ der Firma Brita statt. Um 5 nach 7 war der kleine Mehrzweckraum der Aartalhalle brechend voll mit interessierten Neuhofern.

Die Referenten (unser Bürgermeister, ein Abgesandter der Firma Brita, das planende Büro, der Landschaftsplaner und noch ein bemühter Mann der den bisherigen Stand der Gutachten erklärte) wurden von einer Moderatorin vorgestellt, von der ich immer noch nicht weiß woher sie kommt.

Herr Funk von der Brita stellt das Unternehmen Brita vor. Rein akustisch habe ich es schlecht verstanden. Aber die Bilder waren schön. 😉 Wo überall die Brita arbeitet war für mich relativ uninteressant, weil mich eigentlich nur interessierte, wie sie HIER gedenken zu arbeiten. Das die Brita Planungssicherheit braucht, da sie weiter expandieren will, ist schon klar und das sie versucht, dass mit Arbeitsplätzen, Einnahmen durch Gewerbesteuer und daraus resultierendem Umsatz für das Taunussteiner Gewerbe schmackhaft zu machen, war schon richtig putzig.

Zwischenfragen wurden rigoros von der Moderatorin abgeschmettert. Sie differenzierte zwischen Verständnis- und Diskussionsfragen, wobei sie die Auswahl traf. Man solle seine Fragen auf den eingangs verteilten Zettel schreiben, falls man nicht mehr dazu käme, diese zu stellen. Ich hab zu guter letzt den Zettel verwendet.

Gutachten sind immer so eine Sache. An so etwas gehe ich recht unbedarft ran. Die einzigen die, für mich persönlich, von Belang waren, waren das Verkehrs– und Schallschutzgutachten. Wobei ich mir beide nochmal von jemandem erklären lassen müsste, der Ahnung hat. Denn durch das Raunen und Flüstern, das durch den Saal ging, hab ich einiges verpasst. Das Artenschutzgutachten ist noch nicht komplett, sehe ich persönlich aber entspannter, da Vogel und Fledermaus sich den neuen Gegebenheiten anpassen werden.

Der Landschaftsplaner war schlicht der Renner. Er zeigte Neuhof aus verschiedenen Richtungen, die Bilder aus verschiedenen Höhen aufgenommen. Auf den Bildern wurde das Hochregallager simuliert. Hübsch weiß – blau, „dem Himmel angepasst“ ragt es hoch zwischen den Häusern hervor. Der ganze Saal hat Luft geholt und………. angehalten. Simulation

Er wies immer wieder darauf hin, das Neuhof sehr vom Gewerbe geprägt ist. In ungefähr so: Regt euch mal nicht so auf, so doll ist das hier nicht, kann nur besser werden.

Blick über Neuhof

Der alte Ortskern ist so und so nix besonderes und wir streichen das ja auch nett an. Als er dann auch noch versuchte den Schattenwurf schön zu reden, wartete ich nur darauf, dass einige von ihren Stühlen springen. Da erzählt der doch glatt, dass man das nicht so emotional sehen soll! Brüller……..

fruehling-2014-neuhof-und-wehen-002_klein

Zudem ist das nur der erste Bauabschnitt. Es werden noch weitere Gebäude entstehen. Zum Beispiel ein Kartonlager, das ca. 22 m hoch sein wird. Brita wird Neuhof dominieren. Soviel ist klar.

Klar ist allerdings auch, dass wir dem heimischen Gewerbe Raum geben müssen um zu wachsen. Ich habe die Hoffnung, dass wir mitwachsen. Das die Stadt Taunusstein sich besonders um unsere Straßen kümmert, das die Bürger ihren Sportplatz saniert bekommen, das unsere Kinder schöne Spielplätze bekommen und da wir durch den Verkehr stark belastet sein werden, es geht ja nicht nur um den Schwerlastverkehr es entstehen auch weitere 700 Arbeitsplätze, unsere Straßen auch sicherer werden. Wie war das mit dem Kreisel an Taunussteins Unfallschwerpunkt Nummer 1?

Ein Kreisel für den Maisel!

Jemand sagte heute zu mir, dass Neuhof zum „Taunussteiner Gewerbepark“ gestaltet wird. Das ist gar nicht so abwegig. Es gibt wohl auch einige direkte Anwohner, die sich bereits rechtlich damit auseinandersetzen.

Nun, ich wohne gerne hier in Neuhof! Wir haben hier viele Vorteile. Verschiedene Einkaufsmärkte, super Anbindung nach Wiesbaden, Frankfurt und Limburg. Ich hab hier einen Job gefunden und kann zur Arbeit laufen.

Aber eins muss ich jetzt echt noch loswerden……… man kann sich nicht gegen alles sperren. Das Geld, dass jetzt über die Gewerbeeinnahmen gewonnen werden soll, hätte man auch über die Verpachtung der Vorrangflächen auf der Hohen Wurzel einnehmen können. Die „verschandelte“ Aussicht, um die sich die Taunussteiner Gedanken gemacht haben, ist so und so hin, da Hessenforst fest vor hat das Geschäft mit Wiesbaden zu machen. Dafür machen halt ein paar Neuhofer früher das Licht an.

Mir ist auch vollkommen wurscht, wenn ich auf den Höhen spazieren gehe, auf das Hochregallager zu gucken. An das von Dittmann hab ich mich auch gewöhnt. Wenn die Zufahrten geregelt werden, wird auch das Verkehrsaufkommen innerorts überschaubar bleiben.

Die Angst jedoch, der direkt Betroffenen, kann ich durchaus nachvollziehen. Die Menschen, die unterhalb des Hochregallagers wohnen haben da sehr berechtigte Zweifel. Wie schauts aus mit den Grundstückswerten? Wird es Entschädigungen geben? Schließlich und endlich wird der Bebauungsplan nun angepasst. Von Gebäuden in dieser Höhe war nie die Rede. Das ist belastend und teilt die Nachbarschaft.

Im großen und ganzen bin ich ratlos und nicht zufrieden mit der Situation des Unfriedens. Aber der nächste Ärger wird mit dem geplanten Baumarkt kommen. Mal schaun, was die Leute von der Müllerwies dann sagen?

 


3 Gedanken zu “Es wird schattig in Neuhof!

  1. Leider ist es in Taunustein so dass egal was geplant wird sofort Gegner auf dem Plan sind. Natürlich ist ein Hochregallager in unmittelbarer Nachbarschaft nicht schön, aber wir brauchen Gewerbe um unseren hohen Sozialstandard zu bezahlen. Oder soll die Grundsteuer noch weiter erhöht werden ??

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  2. Neuhof hat im Vergleich zu den anderen Ortsteilen von Taunusstein die größten Gewerbegebiete und davon auch gleich mehrere. Die Gewerbegebiete sind in der Summe aller Flächen bald größer als der eigentliche Ortskern mit Wohnbebauung. Darüber hat sich bisher noch nie jemand aufgeregt. Gegen den Bau eines Lagers auf dem Brita-Gelände hätte vermutlich auch niemand etwas einzuwenden, aber hier geht es um eine Änderung des Bebauungsplanes, bei dem die zulässige Höhe von derzeit 12 auf 31 Meter (!!!) beschlossen werden soll, das ist das 2,5-fache der bisherigen Höhe. Begründung „Es sei nicht mehr zeitgemäß“. So geht es nicht ! Das Lager steht immerhin direkt im Ort. Wo ist da das Augenmaß ?
    Lager ja, aber bitte schön nur in der jetzt zulässigen Höhe. Die meisten Menschen in Neuhof denken vermutlich so.
    Außerdem muss man auch mal schauen, warum die Stadt kein Geld hat. Für Fehlplanungen wurde in der Vergangenheit viel Geld verschwendet, das jetzt fehlt. Beispiele dafür gibt es viele: Hahner Kreisel, Heizung Freibad Hahn, Gutachten für Verlängerung der Magistrale und andere sinnlose Dinge.
    Neuhof leistet seinen Beitrag zu den Gewerbesteuereinnahmen, mehr als alle anderen Ortsteile. Das Gejammer, dass wir uns nicht so anstellen sollen und dieses Lager brauchen kommt vielfach aus den anderen Ortsteilen, die davon herzlich wenig betroffen sind.Eine Erhöhung der Grundsteuer würde wenigstens alle gleichermaßen treffen.
    Fazit: Lager ja, aber keine Änderung des Bebauungsplans!

    Was mit einem Hochregallager mitten im Ort passieren kann, wenn eine Firma die Produktion ins Ausland verlegt oder irgendwann Pleite geht, kann das in Nassau am ehemligen Standort der Firma Leifheit begutachten. Die Firma ist schon lange weg, aber die Bausünden bleiben.

    Hat schon mal jemand über eine Ansiedlung von Produktion und Lager der Firma Brita am Orlener Stock nachgedacht? Da gibt es Flächen weit weg von der Wohnbebauung und die Verkehrsanbindung ist obendrein auch noch besser. Das Lager wäre dann sogar in Sichtweite vom jetzigen Firmensitz !

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    1. Hallo Unbekannte / er, (oder vielleicht auch nicht)

      zum Thema Orlener Stock: es geht darum, dass Brita sich an einem Standort zentralisieren will. Produktion und Lager Richtung Orlen und die Verwaltung in Neuhof. Da stellt sich mir die Frage ob das befürchtete Verkehrsaufkommen nicht noch größer werden könnte?

      Was den Bebauungsplan angeht, ja, vollkommen richtig. Deshalb denke ich persönlich, dass auch über Entschädigungen nachgedacht werden muss.

      Im Moment hoffe ich, dass das HRL einige Meter in die Tiefe gebaut werden kann.

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